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Eine Ebene höher

Der Huetstock ist ein alter Zürcher Hausberg - d.h. eine Tour, die noch in den älteren Ausgaben des gleichnamigen Buchs erwähnt wurde. Also gerade richtig, um Ende November die Alpinwandersaison "vor den Toren Zürichs" abzuschliessen.

Bei etwas weniger als 2700 Meter Höhe bietet der Huetstock am langen Nord/Nordwestgrat alpines Ambiente - v.a. im Gegensatz zu den durch die in den Herbstmonaten zarte Sonnenstrahlung aperen West- und Südhänge, die im unteren Teil für den Aufstieg benützt werden. Mit einem Abstecher auf den spektakulären Grasberg Nünalphorn ergibt sich eine schöne 2000-Höhenmeter-Rundtour auf der Bergkette zwischen Melchtal und Engelberg - aber auch das Nünalphorn kann ich als eigenständiges Tourenziel empfehlen.

Wir hatten die Tour Ende November für einen Föhntag geplant, an dem es im Süden und im Jura bereits intensiv regnete und schneite, und die Gipfel von Titlis bis Wendenstöck in einer gewaltigen Föhnwand steckten, unsere Route aber durch die durch das Föhnfenster scheinende Sonne weitgehend angenehme Tourenbedingungen bescherte (Aufstieg im T-Shirt bis 2250 Meter Höhe); nur der Aufstieg zum Zahm Geissberg und Huetstock war dann durch starke Südwinde geprägt.

Gestartet sind wir auf rund 1000 Meter Höhe beim Fahrverbot Turrenbach. Der Bergwanderweg führt via Turren nach Stock und von dort über eine für kurze Zeit raue Stufe (eine Treppe) am Stäfelihörnli vorbei zum Punkt 2015. Der kurze Abstecher zum senkrecht abfallenden Stäfelihörnli ist empfehlenswert: es bietet einen imposanten Tiefblick ins Melchtal und zur Pilatuskette.

Beim Punkt 2015 biegt der markierte Weg weiter zur Nünalp ab in die Flanke. Mich motivierte der warme und grasige westexponierte Bergrücken mehr und so stiegen wir weglos bis zum Punkt 2178 auf. Nach dieser Kuppe führt ein kurz schmaler aber problemloser Grat (T3) hinüber an den Südwestgrat vom Nünalphorn und damit wieder zur Wegspur - und dem Tiefblick nach Engelberg über die schon fast krasse Ostwand. Der Pfad führt knapp westlich der überhängend abfallenden Bergkante steil über Wiesen hoch zum Gipfelkreuz des Nünalphorn, T3. Auf halbem Weg sollte man sich von einigen Felsspalten in Acht nehmen - bei wenig Schnee oder ev. langem Gras sind sie gefährlich versteckt.

Wer nach 1400 Höhenmetern genug hat, wird nun wieder absteigen: Vom Juchli kann er dies auf markierten Wegen nach Melchtal zurück oder steil hinunter nach Engelberg tun. Anwärter auf die 2000 Höhenmeter stapfen hingegen im Herbst über Schnee in südwestlicher Richtung unter den Hängen des Zahm Geissbergs entlang - im Westen von diesem recht exponiert - nach Vorstegg. Hier verliessen wir den markierten Bergwanderweg und stiegen auf Wegspuren steil den Westgrat vom Zahm Geissberg empor, bis der Pfad südostwärts einen Felsaufschwung umgeht (steile steindurchsetzte, nordwestexponierte Grasrinne T4; Schlüsselstelle Zahm Geissberg). Über die grasige Südflanke wird bald wieder der Grat erreicht, der senkrecht nach Norden abbricht. Die Besteigung des Zahm Geissberg erfolgt weglos, weil die Spur unterhalb des Gipfels auf den Nordgrat vom Huetstock (auch Wild Geissberg genannt) traversiert.

Bald wechselt Gras mit Schutt, aber Wegspuren bleiben vorhanden. Unverhofft findet man sich nach einem längeren flachen Gratabschnitt an einer zwei Meter hohen Mauer, die entweder erklettert, oder - rucksacklos! aber einfacher - durch einen vielleicht 45cm breiten Felsspalt überwunden wird. In der Folge verläuft die Spur ein paar Meter tiefer in der Westflanke, bevor die Gipfelfelsen erreicht sind, die wir über Schneerinnen und mehrere kurze, kleingriffige Felspassagen überwinden konnten (T4/I). Über Schnee erreichten wir das Gipfelkreuz und damit den Aussichtspunkt Huetstock.

Im Abstieg konnte ich von fast allen felsigen Hindernissen abspringen - das geht rasch und problemlos. Nach Vorstegg zurückgekehrt, folgten wir den Wegmarkierungen hinunter nach Ober Wend. Das Täli dorthin war mit feuchtem Schnee gefüllt und jeden dritten Tritt verschwanden wir bis zum Knie zwischen den Blöcken - richtig eklig. Dafür überraschte uns die zuvor völlig unbekannte Hütte bei Ober Wend, die eine öffentlich zugängliche Clubhütte ist - sogar mit Winterraum und Getränken. Damit ist Ober Wend der ideale Ausgangspunkt für die Besteigung des Huetstocks mit Übernachtung auf 1935 Meter Höhe.

Im Abstieg folgt nun die Pflicht: bei Fomatt erreicht man die Fahrstrasse und hofft auf eine Mitfahrgelegenheit - wohl meistens vergebens. Eine steile Abkürzung führt markiert über Rüteli wiederum auf die - ab dort geteerte - Fahrstrasse . Dieser folgt man bis zum Ausgangspunkt bei Turrenbach.

Das Nünalphorn ist ein ideales Tourenziel an föhnigen Herbsttagen - windstill und mit schneearmen Rücken und Hänge. Im Spätherbst ist der Abstecher zum Huetstock im Gegensatz zum Graszahn Nünalphorn ein rechtes Stück wilder und alpiner; wer auf "alpin" verzichten kann, kehrt spätestens auf dem Zahm Geissberg um. Auch da müssen in der exponierten Traverse von Norden nach Vorstegg Nassschneerutsche und gefrorener Schnee ausgeschlossen sein. Wir trugen übrigens LVS, Pickel und Steigeisen vergebens mit.

Zur Abwechslung noch ein technischer Hinweis: Auf dem (kalt-windigen) Gipfel des Huetstocks traf mich fast der Schlag: ich wollte ein Bild der Digitalkamera abrufen, wurde aber mit einem "Lesefehler" abgefertigt! Seit wann funktionierte die 16GB-Speicherkarte nicht mehr? Bereits seit dem Tourenstart? Erst zuhause zeigte sich mein Glück, dass das Problem erst auf dem Gipfel auftrat - die Ursache war die aus Lese-Performancegründen mit EXFAT statt FAT32 formatierte SDHC-Speicherkarte, die dann zu gerade 4 GB voll wurde. Wahrscheinlich ein Firmware-Fehler der Fujifilm-Kamera.
» GPS-Track (GPX)


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Blick von Turren auf die weitere Aufstiegsroute auf das Nünalphorn: den Grashang hoch und über die leicht bewaldete Fluh hoch. Die Erhöhung in der Bildmitte ist das Stäfelihörnli. Links Nünalphorn.
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Hochstollen.
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Widderfeld-Pilatus.
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Arnigrat.
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Die Metalltreppe im Aufstieg von Stock nach Stäfeli.
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Helikopterfänger zwischen Stäfeli und Nünalp.
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Südwestrücken zum Stäfelihörnli (links bei der Tanne).
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Gemse.
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Ein Felszahn im unteren Teil von Vorstegg - ev. der Lauistock?
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Stäfeli. In der Bildmitte Zahm Geissberg, rechts Huetstock.
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Pilatusgucken am Stäfelihörnli.
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Felsformation bei Jochsiti.
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Graskehle nördlich vom Stäfelihörnli: sogar hier scheint gemäht worden zu sein.
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Unten das Stäfelihörnli, darüber Arnigrat.
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Nünalphorn, links Widderfeld Stock.
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Kurzes Gratstück zwischen Punkt 2178 und dem Nünalphorn-Südwestgrat - der Aufstieg via Punkt 2178 kann ich empfehlen.
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Nünalphorn-Südwestgrat.
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Die grosse Felsspalte am Nünalphorn-Südwestgrat: bricht hier
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Nünalphorn-Südwestgrat, auf Höhe der Felsspalten - es gibt mehrere.
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Gipfelhang Nünalphorn.
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Nünalphorn, Blick zum Widderfeld Stock.
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Nünalphorn, Blick zum Bockgrat/Bockistock und Widderfeld Stock.
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Schrattenflue. Dahinter - im Jura - regnet es bereits seit 2 Tagen.
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Panorama Nünalphorn mit Föhnstimmung.
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Gipfelkreuz Nünalphorn. Links Zahm Geissberg.
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Die Nordwand vom Huetstock. Mit Trüebsee und Titlis.
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Titlis. Rotstöckli ist auch schön erkennbar.
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Gross Spannort im Föhnsturm.
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Rigidalstock.
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Brisen und Hoh Brisen (rechts).
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Rechts Bildmitte: Brunni mit Brunnistöckli. Der Grat führt zur Bildmitte zum Rigidalstock. Von diesem führt die vorderste Gratlinie zum Vorder Walenstock.
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Zahm Geissberg und darüber das (weitere) Tagesziel Huetstock.
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