Foto-Galerie von Barmettler.com  

Hauptverzeichnis > Schweiz > Zentralschweiz > Grassen S-Wand
Eine Ebene höher

Grassen via S-Wand, Stössensattel

Angesichts der ungewöhnlichen Gletscherschmelze 2015 war Ende August der Zustieg zum Grassenjoch die Schwierigkeit der Klettertour durch die S-Wand des Grassen. Zudem haben sich unter dem Stössensattel neue Schründe geöffnet - dank der fortgeschrittenen Tageszeit haben wir dort mit Eisschrauben gesichert eine über 1.5m breite Spalte mit weicher Schneebrücke übersprungen.

Nach dem Start beim Sustenbrüggli folgen wir westlich des Sustlibachs der alpinen Route zum Guferjoch, bzw. Sustenpass. Über die Firnplangg ist der Pfad schlecht markiert. Auf 2200m erreicht man die deutlich häufiger begangene alpine Route von der Sustlihütte zum Guferhoch und folgt dem Pfad über einfache Schroffen gegen Norden auf die Schulter von Stöss. Auf Höhe östlich von P. 2676 kann über grasige Moränen gegen Westnordwesten aufgestiegen werden. Dabei hält man sich möglichst immer rechts, da aus der Nordostflanke des Wasenhorns non-stop Steine herunter rieseln. So ererreicht man das Felsriff auf 2560m Höhe und ist erstaunt, dass da nur noch kümmerliche Gletscherreste zu finden sind, und nur unter etwas Höhenverlust der Stössenfirn erreicht werden kann. Im Spaltenzickzack bis unter das Grassenjoch, um zuvor aber exponiert den riesigen Bergschrund zu umgehen. Der Gletscher endet mit in einem Windkessel, Aufstieg ins eigentlich Joch über Moränenschutt.

Die Südwandroute startet auf der Schutthaufen zwischen Wendengletscher und Stössenfirn, wenige Meter über einem einfach zu begehenden Vorbei. Die Standplätze sind mit zwei Bohrhaken ausgerüstet, pro Seillänge finden sich 2-3 Bohrhaken. Prinzipiell steigt die plattige Route leicht rechts von der Falllinie an, ausser bei der 2. SL klettert man zuerst links den Riss hoch. Die Kletterei findet auf Gneis statt, der hochgradig mit Flechten übersäht ist - bei Feute oder gar Nässe dürfte man trotz der geringen Schwierigkeit von III+ arg ins Schwitzen kommen. Nach drei SL erreicht man einen flacheren Abschnitt. Dieses Blockgelände überschreitet man zum rechten der drei auffälligen Rippen. Der Einstieg (Stand) erfolgt links (westlich). Anschliessend wird der Rippe in hübscher, exponierter Kletterei gefolgt. Der 2. Stand auf einem Turm (markant von der Sustlihütte) verfügt nur über einen zuverlässigen Bohrhaken. Der folgende 3m-Abstieg ist für kleine Leute deutlich schwieriger als für grosse, deshalb dort besser den kleineren Personen die Ehre des Vorstiegs gewähren. Nach der 2 SL an der Rippe folgt noch 15m IIer Gelände, anschliessend Gehgelände direkt zum schuttigen Gipfelkreuz.

Vom Grassen führt eine ausgetretene Spur über roten Schutt hinunter Richtung Stössensattel. Teilweise geht man am Rand des Firnalpelifirns, der in unmittelbarer Kammnähe keine Spalten aufzuweisen scheint. Nach P. 2835 und vor dem Stössensattel muss ein Blockfeld relativ mühsam auf der Nordseite passiert werden. Auf der Südseite des Stössensattels führen Spuren zu einem grossen Steinmann, der den Einstieg für die plattige Fixseil-Passage markiert.

Ende August 2015 war der Stössenfirn unterhalb des Stössensattels bis 2720m aper und im oberen Bereich durch zahlreiche lange, teilweise recht breite Spalten durchzogen. Der Hammer waren aber zwei neue Schründe, die sich direkt in Falllinie des Fixseils rund 60m südlicher auftaten, die waren fast 2m breit; auf Fotos der Vorwoche war dort nichts zu erahnen. Wegen der Hitze und Abendzeit sicherten wir den Sprung über die untere, noch mit aufgeweichter Schneebrücke vorborgene Spalte mit Eisschrauben. Am Vormittag kann die Stelle umgangen werden, indem das Fixseil direkt von Osten angesteuert wird.

1200 Höhenmeter über 10 Kilometer, T3/ZS/III+.
» GPS-Track (GPX)


1  2  »
Kurz nach dem Sustenbrüggli, Blick über einen Grossteil der Ausstiegsroute (alles links der Bildmitte) und die Südwand zum Grassen (grosses Gipfelkreuz).
DSC04282.JPG
(960x1280, 329.9KB)
Aufstieg durch Firnplangg mit Wendenhorn (links) und Wasenhorn.
DSC04287.JPG
(960x1280, 345.2KB)
Auf der alpinen Route Sustenpass-Sustlihütte.
DSC04295.JPG
(1280x960, 330.9KB)
Auf der alpinen Route Sustenpass-Sustlihütte. Unser Aufstieg vor dem Felsriff mit Schatten.
DSC04297.JPG
(1280x960, 292.2KB)
Unter dem Wasenhorn.
DSC04308.JPG
(960x1280, 373.5KB)
Stössenfirn mit Stössenstock, Wichelplanggstock, Trotzigplanggstock und Murmelsplanggstock.
DSC04314.JPG
(1280x960, 290.9KB)
Felsriff zwischen Wasenhorn und Stössenfirn.
DSC04322.JPG
(960x1280, 310.3KB)
Auf dem Felsriff zwischen Wasenhorn und Stössenfirn. Früher konnte man hier bequem aufwärts zum Grassenjoch queren. Jetzt brösmelt es non-stop aus der Nordost-Flanke des Wasenhorns (links). Hier stiegen wir rund 20 Höhenmeter ab und erkommen den Stössenfirn.
DSC04330.JPG
(960x1280, 287.6KB)
Auf dem Felsriff zwischen Wasenhorn und Stössenfirn/Grassenjoch. Von der Sustlihütte wird üblicherweise über den Gletscherrand (oben im Bild) aufgestiegen, was im Spätsommer auch nicht mehr trivial ist.
DSC04348.JPG
(960x1280, 290.8KB)
Stössenfirn unterhalb des Grassenjochs.
DSC04356.JPG
(960x1280, 295.2KB)
Stössenfirn unterhalb des Grassenjochs.
DSC04364.JPG
(1280x960, 253.9KB)
Bergschrund im Stössenfirn unterhalb des Grassenjochs. Grr, diese Schneebrücke ist nichts mehr für uns...
DSC04370.JPG
(960x1280, 202.9KB)
Bergschrund im Stössenfirn unterhalb des Grassenjochs. Grr, diese Schneebrücke ist nichts mehr für uns... dieser südliche Rand sind wir umgangen.
DSC04372.JPG
(960x1280, 197.2KB)
Grassenjoch von Osten. Von der Kammmoränne legen sich einige brüchige Felsen an die Wand: darüber, an der Wand, der erste Stand.
DSC04373.JPG
(960x1280, 301.2KB)
Grassen Südwand.
DSC04384.JPG
(960x1280, 364.9KB)
Grassen Südwand. Einstieg.
DSC04404.JPG
(960x1280, 362.1KB)
Grassen Südwand. Einstieg.
DSC04410.JPG
(960x1280, 224.2KB)
Grassen Südwand. 1 SL.
DSC04422.JPG
(960x1280, 378.6KB)
Grassen Südwand. 1 SL.
DSC04425.JPG
(960x1280, 305.4KB)
Grassen Südwand. Beginn der 2 SL durch den Riss.
DSC04427.JPG
(960x1280, 346.6KB)
Grassen Südwand.
DSC04430.JPG
(960x1280, 289.8KB)
Grassen Südwand, am 3. Stand, dem Ausstieg aus dem unteren Wandteil. Die Steinböcke müssen jetzt dann gleich Platz machen, da wir ihren Mittagspausenplatz übernehmen. direkt zwischen den Hörner der Einstieg in die östlichste Rippe.
DSC04438.JPG
(960x1280, 335.4KB)
Grassen Südwand. 3. SL.
DSC04444.JPG
(960x1280, 292.9KB)
Grassen Südwand mit grassem Steinbock.
DSC04454.JPG
(960x1280, 228.4KB)
Grassen Südwand, am Ausstieg des unteren Wandteils. Nach dem Blockfeld geht es die rechts Rippe hoch (die mit dem Schatten). Einstieg (Stand) unten, links der Rippe.
DSC04456.JPG
(1280x960, 309.5KB)
Grassen Südwand. Einstieg in die östlichste Rippe, Standplatz. Es folgen zwei schöne, exponierte SL.
DSC04470.JPG
(960x1280, 366.9KB)
Grassen Südwand. Auf der östlichsten Rippe.
DSC04475.JPG
(960x1280, 325.0KB)
Grassen Südwand. Auf der östlichsten Rippe.
DSC04484.JPG
(1280x960, 317.7KB)
Grassen Südwand. Auf der östlichsten Rippe, 2 SL nach dem kleinen Turm.
DSC04493.JPG
(960x1280, 327.5KB)
Grassen Südwand. Auf der östlichsten Rippe, 3. SL, gemeinsames Klettern am halblangen Seil.
DSC04495.JPG
(960x1280, 301.2KB)
Wie lange gibt es das Wasenhorn noch? Den ganzen Tag über Staubwolken in der Westflanke wegen Steinschlag. Auch auf der Nordostflanke brösmelte es non-stop, wobei ich dort den Eindruck hatte, die Steine lösten sich im Eis.
DSC04528.JPG
(1280x960, 211.1KB)
Wenige Wochen zuvor haben wir diesen unüberaus brüchigen Grat begangen: Chli Griessenhorn - Gross Griessenhorn - Stucklistock. Links vom Stucklistock lugt etwas höher der Fleckistock hervor.
DSC04534.JPG
(960x1280, 188.7KB)
1  2  »

    Eine Ebene höher




CalSky.com - the world's most complete astronomical calendar
CalSky
Wetter am Albispass
Albis-Meteo
astro!nfo - Everything you ever wanted to know about astronomy
astro!nfo
Impressum