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Eine Ebene höher

Sichelchamm - 1A-Aussichtspunkt vor Churfirsten und Alvierkette

Der Sichelchamm weist vor allem im Winter seine markante sichelähnliche Bänderzeichnung auf. Im Sommer besteigt man ihn am einfachsten über den langen Südgrat über den Chnorren, wobei "einfach" in diesem Fall ein exponiertes T5 auf schmalem Grat und steilen Flanken bedeutet.

Der Aufstieg wird mit einer genialen Aussicht belohnt: der Sichelchamm befindet sich etwas vor dem weiten Gebirgsbogen, der vom Leistchamm über die Churfirsten und Alvier bis zum Gonzen reicht. Wegen der südausgerichteten Lage kann der Sichelchamm häufig bis in den Spätherbst bestiegen werden - falls kein Schnee liegt und das Gras trocken ist.

Ich startete meine Tour mit dem Auto, dass mich von Walenstadt/Tscherlach die ersten 900 Höhenmeter auf einer engen und steilen naturbelassen Fahrstrasse bis oberhalb Lüsis überwinden liess - 4WD ist von Vorteil, obwohl ich die Strasse in bestem Zustand angetroffen habe. Das Fahrverbot liegt bei Punkt 1327.

Man folgt nun der Fahrstrasse unter Verlust von 135 Höhenmeter und 50 Höhenmeter Anstieg bis zum Hüttendorf Verachta. Im Oktober 2012 ging ein Erdrutsch bei Bruch nieder und riss die beiden Wegspuren von Verachta nach Sennis weg. In der Folge wurde der Wanderweg von Lüsis nach Sennis gesperrt. Wann er wieder eröffnet wird, ist mir nicht bekannt. Ich schaute mir die Sache vom Wanderweg her aus der Nähe an und befand ebenfalls, dass die Sperrung aus gutem Grund geschah - der Weg ist weg, der steile Schutt wirkt noch labil. Da ich schon mal hier war, wollte ich nicht einfach so Kleinbei geben und stieg einer Rippe entlang die 70 Höhenmeter auf die untere Wegspur ab (weglos, Waldboden, T4). Hier konnte ich den Auslauf des Erdrutsches problemlos queren, wenn auch besonders rasch, schliesslich hing noch einiges an Material oben... Weitere Stellen im Bruch sind erdrutschgefährdet, und sogar auf dem nachfolgenden steilen Anstieg nach Sennis weisen Risse im Boden auf das instabile Gelände hin.

Auf rund 1500 Meter Höhe tritt man aus dem Wald auf den westlichsten Spickel der grossen Weideebene von Sennis. Rund 250 Meter später verlässt man den Wanderweg und steigt nordwärts zum alten Viehweg, der nach Falggelen führt. Nun führt eine schmale, nahezu durchgehende Wegspur im Zickzack durch die Heidelbeerstauden, Erlen und Kiefern aufwärts bis an den Fuss des Chnorren, wobei die Stöcke wegen der Vegetation fast nicht zum Einsatz kommen konnten. Damit ist die Fliessarbeit vorerst beendet, endlich folgt der interessante Teil!

Über erdige Tritte kann um die Felsplatten südlich des Chnorren gestiegen werden, wobei auch die Platten selber eigentlich gut begehbar sind. So steigt man bis wenige Meter unter Punkt 2043 auf. Entweder können die Felsköpfe zu Beginn des Grats direkt überstiegen werden (ich habe Punkt 2043 erst im Abstieg erklommen), oder auf schmalen Tritten in einer sehr steilen Grashalde exponiert in der Ostflanke umgangen werden. Durch eine sandige Rinne steigt man Felsen entlang steil zurück auf den Grat, den man in der Folge praktisch nicht mehr verlässt.

Nach der exponierten Traverse kann man vorerst durchatmen: der Grat führt relativ breit aufwärts, geschmückt von einer guten Wegspur. Bald schon sind einzelne Felsköpfe entweder direkt zu überklettern oder es führen Tritte in der Ostflanke um sie herum. Im Aufstieg fand ich mich einmal in der Westseite im Schnee, im Abstieg vermied ich diese Umgehung.

Der Grat wird schmaler, und gerade dort, wo die grasig-erdige Gratschneide nur 20, 30 Zentimeter breit wäre, hielten sich noch Schneereste - teilweise gefroren, teilweise nass - höchste Konzentration war da angebracht; der Pickel vermittelte etwas Sicherheit.

So ging es weiter aufwärts, bis der eigentliche Gipfel über die Ostflanke erklommen werden kann. Hier waren kleine Schneereste besonders nass, die Wegspur deshalb etwas feucht, aber das Gipfelkreuz und damit der Sichelchamm im Nu erreicht.

An diesen schönen Spätherbsttag wurde der Sichelchamm auch von Gulms her erklommen, Ich stieg aber auf selbem Wege wieder ab, wobei ich wiederum die Traverse östlich des Chnorren (Punkt 2043) als heikelsten Abschnitt empfand, dicht gefolgt von den schneebedeckten Abschnitten der Gratschneide (T5).

Bis oberhalb Sennis waren Stöcke vorteilhaft, vom Chnorren bis Sichelchamm hatte ich einen Pickel in der Hand, die Steigeisen durften im Rucksack bleiben. Gegenüber dem Aufstieg von Berschis via Kurhaus Sennis hat der Ausgangspunkt Lüsis den Vorteil, dass er weniger weit ist und weniger Höhenmeter zu überwinden sind. Die Querung des Bruch zeigte sich allerdings als etwas unberechenbar - da lohnt es sich, sich telefonisch vorab zu informieren, ob der Wanderweg Lüsis-Sennis geöffnet ist.
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Hier beginnt die Tour des heutigen Tages auf den Sichelchamm: Beim Fahrverbot bei Punkt 1327 rund 300 Meter Nordöstlich von Lüsis. Wir nehmen den unteren, absteigenden Fahrweg zur Alp Berschner. Auch der Sichelchamm ist bereits in Sicht, die weisse, etwas hinter den Felswänden zurückgesetzten Kuppe.
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Hochnebel bei 800 Meter. Darüber Flumserberge und Hochfinsler.
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Spitzmeilen.
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Ringelspitz und links davon Vorder Ringel. Der Mittelgrat steigt von der hinteren Seite etwa in die Mitte der Verbindungsgrat auf.
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Hochfinsler und rechts davor Steingässler, mit seinem Verbindungsgrat zur Guscha (am linken Bildrand).
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Prachtsexemplar - offenbar ist die Weideterrasse von Tscherler- und Berschner-Ahorn gut vor Sturmwinden und Blitzen geschützt.
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Tristencholben. Rechts die Einsattelung Nideri.
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Lüsis.
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Mist - der Wanderweg ist im Herbst gesperrt! Als Autofahrer habe ich offenbar entsprechende frühere Hinweistafeln übersehen. Was jetzt? Es steht ja nicht, wieso der Weg gesperrt ist. Also weiter.
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Der Wanderweg teilt sich das Trassee mit dem schmalen Versorgungsweg nach Verachta.
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Ok, deshalb ist der Wanderweg Lüsis-Sennis gesperrt - ein Erdrutsch hat wenige Wochen zuvor das Trassee weggerissen und die Wege durch den Bruch durch weiter hängende Felsen unpassierbar gemacht. Unten ist der weitere Weg zu sehen, auch knapp die direkt von Verachta kommende Spur. Vielleicht kann man den Erdrutsch dort unten queren? Um das zu untersuchen steige ich 60 Höhenmeter über eine steile Rippe im Wald ab.
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Der Auslauf des Erdrutsches konnte auf dem Weg Verachta-Sennis gut gequert werden. Ich war in diesem Wegabschnitt noch etwas schneller unterwegs als sonst...
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Der Auslauf des Erdrutsches - hier im Bild - konnte auf dem Weg Verachta-Sennis gut gequert werden. Ich war in diesem Wegabschnitt noch etwas schneller unterwegs als sonst... Eben: Im Herbst 2012 war der Weg gesperrt. Der Bruch hat seinen Namen korrekterweise: an mehreren Stellen drohen Erdrutsche und Bergstürze - nicht ideal für einen Wanderweg - Alternative zwischen Lüsis und Sennis gibt es keine.
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Bei Sennis angelangt. Nun geht es auf einer schmalen Spur durch Heidelbeerbüsche, Erlen und Föhren aufwärts zum Chnorren.
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Aufwärts zum Chnorren durch Heidelbeerbüsche, Erlen und Föhren.
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Aufwärts zum Chnorren auf schmaler, aber guten Wegspur durch Heidelbeerbüsche, Erlen und Föhren.
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Unter dem Chnorren. Entweder steigt man direkt hoch und über den felsigen Gratabschnitt (dies habe ich nicht gemacht, ich bin im Anschluss einfach noch auf den Felskopf gestiegen), oder man umgeht die Felsköpfe direkt ostwärts unter dem obersten Felsplatte auf sehr exponiertem Pfad durch die Flanke.
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Grat vom Chnorren auf den Sichelchamm.
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Platten unter dem Chnorren.
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Über diese Platten steigt man bis unter den Chnorren.
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Über diese Platten steigt man bis unter den Chnorren.
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Hier beginnt der exponierte Pfad durch die Ostflanke des Chnorren.
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Luftige Querung in der Ostflanke des Chnorren.
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Die luftige Querung in der Ostflanke des Chnorren endet hier bei diesem Felsturm (im Abstieg bin ich noch dort rauf, habe mich dann aber doch für die Flanke entschieden).
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Nach dem Chnorren zuerst guter Weg auf breiterem Grasgrat.
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Schöne Blicke in die
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Wenige Felsköpfe werden auf der Ostseite auf schmalen Spuren umgangen, zumeist übersteigt man sie.
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Wenige Felsköpfe werden auf der Ostseite auf schmalen Spuren umgangen, zumeist übersteigt man sie.
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Der Grat vom Chnorren auf den Sichelchamm wird schmaler.
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Auf der Höhe mit den Churfirsten.
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Der Grat vom Chnorren auf den Sichelchamm ist teilweise verdammt schmal, und dies über einige Meter. Ich traf noch Schneereste an - genau an diesen Stellen.
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Bald auf dem Sichelchamm: hier hoch.
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