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Eine Ebene höher

Das Wägital stellt durch seine Nähe zu Zürich und seiner zahlreichen Berggipfeln an der Schwyzer-Glarner Grenze mit markanten Silhouetten ein besonders attraktives Ziel dar. Dies merkt man vor allem an Hochnebeltagen im November, wenn rund um den See alle Autoparkplätze belegt sind... Zum Glück fährt aber das Postauto von der SBB-Station Siebnen-Wangen SZ (mit der S2 in weniger als 1 Stunde von Zürich erreichbar) regelmässig nach Innerthal. Entfernt man sich dann noch wenige Meter vom See, ist man praktisch in der Einsamkeit angekommen.

Eine der schönsten Touren in diesem Gebiet ist die 5-Gipfel-Überschreitung Schiberg - Plattenberg - Brünnelistock - Rossalpelispitz - Zindlenspitz. Für dieses Unternehmen auf dem fast ausnahmslos ausgesetzten Grat sollten die nord-exponierten Grashänge trocken, schneefrei und aufgetaut sein. Dies ist in diesen Höhenlagen von bis etwa 2100 m.ü.M. zwischen Mai und Oktober der Fall. Den Aufstieg zu all diesen Gipfeln beginnt man am besten auf dem feuchten und schmalen Weg, der bei Punkt 932 von der Seestrasse nach Osten abzweigt (2.5 km von der Busstation, Parkmöglichkeiten am Strassenrand).

Die Ersteigung des Schibergs Hauptgipfels (Nordgipfel) geschieht am schönsten über die markante, bereits von weitem sichtbare SE-Rippe, die man nach der Clubhütte Hohfläschenhütte beim Umgehen des Waldes erreicht. Diese Route habe ich bereits ein paar Mal gemacht und unser Zeitbudget war für diesen Nachmittag knapp, deshalb gehen wir den Schiberg Südgipfel (2043m) direkt von Süden auf einer eher unbekannten Route her an, wobei ab der Alp Hohfläschen über Viehspuren nach Nordosten aufgestiegen wird und dem Almismattwald entlang auf steiler Wiese Tschingel erreicht wird. Bei Tschingel hält man sich nordwärts, bis an die grosse Karrenplatte, die direkt bis zum Grat oder Gipfel erklommen werden kann (T4-).

Falls man dem Grat entlang zum nördlich gelegenen Hauptgipfel queren möchte, ist ein etwa 10 Meter tiefer Einschnitt zu überwinden, eine einfache, aber ausgesetzte Kletterei (WS). Diesmal liessen wir es bei dem Schiberg-Wandergipfel und machten uns den Markierungen nach an den Abstieg über den Normalweg in die über 100 Meter tiefer gelegene Furgge.

Über Furgge erreicht man über rutschige Kalksteinchen verschiedener Grösse ein Grasband, über das etwas exponiert die Südflanke und damit der Gipfel des Plattenbergs (2082 m) erreicht wird (T3+). Die Überschreitung bietet uns nun den heikleren Teil der Multi-Gipfeltour, der nur bei schnee- und eisfreien Südhängen empfohlen werden kann: Beim Abbruch des E-Grates muss etwa 50 Höhenmeter über Kalkrippen und Gras nach Süden abgestiegen werden, um ein steileres Grasband - oder eher Couloir - zu finden, das das Felsriff überwindet (T4+). Man kehrt dann wieder auf den Grat zurück und kann entweder zum interessantesten, schwierigsten Element der Besteigung schreiten oder über Hohfläschenmatt ins Tal absteigen.

Dieser hier beschriebene Nordanstieg ab Mürli auf den Brünnelistock ist im SAC-Führer als T5 klassiert und z.B. mit einem Hund als Begleiter undenkbar. Der erste Teil der Besteigung findet auf der exponierten NE-Flanke statt. Bei einer früheren Besteigung war das Gras sogar an einem warmen Septembertag noch gefroren! Diesmal haben wir einen Hochsommertag erwischt, in der Höhe war alles trocken und die Bedingungen perfekt.

Den NE-Grat auf den Brünnelistock erreicht man rund 100 Meter südwestlich von Punkt 2075 über eines der ersten, östlichen Bänder der Nordflanke, am besten demjenigen mit dem meisten Grasanteil. Wegspuren im Geröllkegel führen an die markierte felsige Steilstufe heran, wobei damit ein erster Aufschwung westlich umgangen wird. Nun hält man sich zumeist auf der Gratschneide auf. Nach dem nördlichen Vorgipfel ist etwas Kletterei (II) und garantierte Schwindelfreiheit erforderlich, um den Hauptgipfel (2133m) mit seinem Gipfelkreuz zu erreichen.

Der anschliessende Abstieg über die Normalroute vom Brünnelistock Richtung Rossalpelispitz ist für Bergneulinge abenteuerlich (T4+): Ein Besuch über den SW-Grat im Auf- und Abstieg ist eigentlich bereits attraktiv genug und bleibt lange in Erinnerung - der Brünnelistock war vor langer Zeit einer meiner ersten Bergziele in meiner beginnenden Alpinkarriere und blieb für lange Zeit die Referenz.

Ist man den Südwest-Grat vom Brünnelistock abgestiegen, kann man dem Grat noch weiter gegen Südwesten folgen. Dabei führt eine Drahtseilsicherung auf den Rossalpelispitz (2075 m, T3+). Wird die Zeit knapp, um in etwa 2 Stunden das letzte Postauto zu erreichen, sollte jetzt über Rossalpeli nach Hohfläschen abgekürzt werden. War waren zwar mit dem Auto vor Ort, aber auch unser Zeitplan verlangte nach einem Abstieg. Leider, denn die kleine Wägitaler-Rundtour wird eigentlich erst mit dem Bezwingen des Zindlenspitzes abgeschlossen.

Wer die imposante Felsspitze der Zindlenspitz von Nordosten her erklimmen will, muss zuerst ein paar felsige Abschnitte an Ketten überwinden und auf Wegspuren die Ostflanke der Spitze queren - bei Schnee oder Eis ein No-Go. Anschliessend folgt man einfach dem markierten Bergwanderweg am SE-Grat nach oben und geniesst die Aussicht auf das zum Greifen nahe Glärnischmassiv. Den Talmarsch empfehle ich über Zindlen zu machen, weil der Blick vom zu querenden Aberliboden aus Richtung Zindlenspitz unglaublich ist: die Alp wird schon fast auf eine unheimliche Art von feuchten Tannenwäldern und dem Felszirkus dominiert.

Für die gesamte Tour für die Überschreitung aller fünf Gipfel wird etwa 8 Stunden benötigt. Diese lange Zeit macht im Sommer einen grossen Wasserproviant nötig, da in diesem Karstgebiet keine Bäche fliessen. Die Überschreitung kann jedoch nach jedem der 5 Gipfel nach Süden, respektive nach Westen, über Hohfläschenmatt abgekürzt werden. Für die Besteigung eines einzelnen Gipfels benötigt man etwa 2.5 Stunden ab Innerthal. Die Nord-Süd-Reihenfolge wurde wegen dem schwierigsten (T5/II) Aufstieg auf den Brünnelistock gewählt (bzw. bei Überschreitung des Schibergs WS). Alle anderen Routen sind mit maximal T4 klassiert. Die Landeskarte 1:25000 Nr. 1153, Klöntal deckt das besprochene Gebiet ab (ausser die Postautostation Innerthal liegt einen halben Kilometer NW ausserhalb des Kartenrandes).
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Wunderschön: Chli und Gross Aubrig über dem Wägitalersee.
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Wänifirst und - rechts von der Einsattelung zu diesem - Gantspitz über dem Schwialppass, dem Übergang vom Wägital ins Klöntal, bzw. Pragel.
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Zindlenspitz - tatsächlich ein Wanderberg???
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Hinten: der überschrittene Brünnelistock, rechts Rossalpelispitz.
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Steile Wiese östlich vom Almismattwald.
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Am oberen Ende des Almismattwald, unterhalb von Tschingel.
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Über der steilen Wiese östlich vom Almismattwald, mit Brünnelistock und Rossalpelispitz.
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Beginn der Karrenplatte im Süden des Schibergs.
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Karrenplatte im Süden des Schibergs.
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Karrenplatte im Süden des Schibergs - offenbar die Fortsetzung der markanten Bänder des Zindlenspitz.
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Karrenplatte im Süden des Schibergs mit Doline.
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Grat vom Südgipfel zum Nordgipfel des Schiberg.
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Der ganze Zürichsee liegt zu Füssen.
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Ahornen, Obersee, Mürtschenstock.
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Panorama vom Schiberg-Südgipfel.
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Abstieg vom Schiberg zur Furgge liegt direkt unter uns, der Aufstieg zum Plattenberg via-à-vis. Wegspuren führen durch die untere Schutthalde bis um die erste Felsplatte, dann mühsam durch das Geröll bis an und über das markante Grasband.
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Hinten der Felsklotz Bös Bulen, dahinter das Eis vom Tödi. Rechts vom Tödi Redertenstock und Mutteristock.
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Zürichsee und Albiskette.
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Chli und Gross Aubrig.
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Mythen, Pilatus, Buochserhorn, Stanserhorn und noch ein paar mehr...
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Schiwalppass. Darüber Wänifirst, Drusberg, Gross Spannort.
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Detail Gipfelanstieg Plattenberg über das Grasband.
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Abstieg vom Schiberg Südgipfel übe den markierten Bergwanderweg.
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Blick zum Schiberg: die Kuppe ist der Südgipfel. Der Weg führt durch die Grasrinnen in Gratnähe. Der Einschnitt im Grat zum Nordgipfel ist ebenfalls erkennbar. Unter der Schiberg-Felswand führt ein exponierter Pfad von der Furrge/Schneeschmelzi hinüber zum Bockmattlipass.
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In der Schutthalde im Aufstieg zum Plattenberg.
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Das Grasband im Westen vom Plattenberg.
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Das Grasband im Westen vom Plattenberg.
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Plattenberg mit aussergewöhnlichem Gipfelschmuck.
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Chöpfenberg. Davor der Grasgrat zwischen Bockmattli-Tierberg.
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Rapperswil, oben Pfäffikersee.
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Was für ein Tiefblick nach Ahornen vom Plattenberg! Links Bockmattli, dann rechts hinten Chöpfenberg, und wieder vorne der Tierberg.
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Tiefblick nach Ahornen und Obersee. Blick über den Ostgrat zum Brünnelistock.
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