Foto-Galerie von Barmettler.com  

Hauptverzeichnis > Schweiz > Voralpen > Nidwalden > Stanserhorn Chli Horn 2
Eine Ebene höher

Stanserhorn und Überschreitung Chli Horn

Der wunderschöne Aussichtsberg Stanserhorn kann nicht nur über die Cabrio-Seilbahn, sondern auch über mehrere schöne Wanderwege erreicht werden. Mitte Juni 2013 war der Zugang von Süden durch die Chrinnen zwar immer noch offiziell gesperrt, wahrscheinlich weil noch während zwei Meter über ein Lawinenschneerest gestiegen werden muss. Die Wochen zuvor entdeckte Wegspur durch die Nordostflanke des Chli Horns entpuppte sich als Reinfall: die ehemalige Spur ist komplett zugewachsen und nicht durchgehend; die Begehung bescherte mir einen Ausstieg des Grassteilhangs mit Steigeisen (T5).

Dies war eine absolute Seltenheit für mich: die Besteigung der selben beiden Berge innert Monatsfrist; dem verzögerten Sommerstart 2013 sei dank. Während ich Anfang Mai von Dallenwil via Luftseilbahn von Wiesenberg gestartet bin, habe ich diesmal die Anfahrt mit dem Auto von Kerns auf den Ächerlipass gewählt. Die Teerstrasse ist schmal, erlaubt aber die direkte Fahrt von Kerns nach Dallenwil - ausser im Frühling 2013, da ist die Passstrasse unterhalb Wiesenberg werktags wegen Bauarbeiten jeweils Vormittags und Nachmittags gesperrt. Ansonsten trifft man auf der Strasse zahlreiche rasende Töfffahrer, schwitzende Biker, spielende Kleinkinder und sich auf der warmen Strasse sonnende Katzen an - also Vorsicht an diesem weitgehend unbekannten Passübergang.

Stanserhorn über Chrinnen
Bei der Abzweigung von der Passstrasse zum Hof Ächerli gibt es wenige Parkmöglichkeiten. An Rindviecher vorbei marschiert man über die (Natur-)Fahrstrasse zur Alp Ober Holzwang und dem weiss-rot-weiss markierten Wanderweg über den Gratschulter Huserli in das Tobel der Chrinnen. Hier liegt lange Zeit Lawinenschnee, dadurch wird der Weg offiziell erst spät geöffnet, wir mussten noch über ein zwei Meter breites Schneefeld steigen.

Achtung: vor Beginn der Wandersaison auf dem Stanserhorn erfolgt eine Felsreinigung mit massivem Steinschlag in den Horngraben und den Ausstieg des Brandgrats; zudem handeln die Angestellten auf dem Stanserhorn unverantwortlich und entsorgen Schutt in die steilen Nordhänge.

In die Chrinnen, dem Sattel zwischen Chli Horn und Stanserhorn, führt von Brand her eine schmale Wegspur empor. Der markierte Wanderweg hingegen ist nun bis auf das Stanserhorn mit Stahlseilen als Geländer gesichert und führt teilweise über in den Fels gesprengten Weg steil zum Adlerhorst Punkt 1863, der Grenzpunkt zwischen Nid- und Obwalden. Der höchste Punkt des Stanserhorns gehört ganz alleine den Nidwaldern. Nach einer kurzen Stärkung im Restaurant der Bergstation Stanserhorn erfolgt der Abstieg in die Chrinnen.

Chli Horn - Nordostflanke
Vom Stanserhorn aus ist am späteren Nachmittag in der Nordostflanke des Chli Horns dank der flachen Beleuchtung eine Serpentinenspur durch die oben 45-50° steile Grasflanke deutlich erkennbar - erlaubt diese die rasche und einfache Besteigung des Chli Horns als kurzer Abstecher vom Stanserhorn? Diese Frage ging mir einen Monat lang durch den Kopf, bis ich endlich in der Chrinnen stand und diese Route inspizieren konnte.

Wenige Meter unterhalb der Chrinnen, auf etwa 1670 Meter Höhe, führt eine nur noch knapp erahnbare Spur vom Wanderweg weg. Die steigt nur leicht an und führt schon recht exponiert über Schutt in die Nordostflanke des Chli Horns. Hier angekommen die Enttäuschung: wo ist der Weg? Fehlanzeige, es ist schlicht keine Spur sichtbar; die direkt von oben in die Flanke blendende Sonne ist auch nicht gerade hilfreich für die Wegsuche in der feuchten Grasflanke. Dann und wann sind die geraden Wegstücke erahnbar, die Wendepunkt sind wegerodiert und an manchen Orten wachsen kleine Büsche direkt aus den alten Spuren. Offenbar wurde der Weg schon lange Zeit nicht mehr unterhalten, Begehungsspuren finde ich eigentlich auch keine, das Gelände ist fast nicht mehr gestuft.

Auf einer Höhe von etwa 1750m lasse ich mich auf der Suche der alten Spuren zu fest nach Süden (links) abdrängen und finde mich in unangenehmen Schutt wieder; weiter will ich jetzt nicht mehr. Kaum habe ich hingegen die Steigeisen an den Füssen, sieht die Welt wieder anders aus, ich quere vom Schutt weg in die Grasflanke und kurze Zeit später befinde ich mich (stehen wäre die falsche Bezeichnung) am grasigen, gegen Westen jäh abfallenden Nordgrat des Chli Horns. Den Grat von der Chrinnen hochkommende Begehungsspuren erkenne ich hier noch weniger - angesichts des brüchigen Gesteins sollte man aus Rücksicht auf die Wanderer in der Chrinnen den Nordgrat auch besser nicht begehen.

Das oberste Stück des Nordgrats ist nochmals sau steil, dort wo sicherlich schöne Tritte im Gras gewesen sind ist ein Felsblock mitsamt der Grasnarbe halb abgerutscht; ich war nochmals froh um Pickel/Steigeisen und stand auf der lieblichen Gipfelkuppe des Chli Horns. Die Wegspuren waren also mehr eine Täuschung als real, T5.

Chli Horn - Südostflanke
Die Zeit schritt voran, und die exponierte Nordostflanke wollte ich nach den ersten 1800 Tageshöhenmeter in diesem Jahr nicht runter. Mit den Steigeisen an den Füssen war der Abstieg über die über 40° steile Wildheuerwiese der Südostflanke allerdings ein Kinderspiel, T4 - im Gegensatz zu vor einem Monat ohne Eisen an den Füssen. 15 Gehminuten später und 300 Höhenmeter tiefer gelangte ich auf den Bergwanderweg zurück nach Ächerli.

Bisher konnte ich immer vermeiden, in einer Grasflanke Steigeisen anzuziehen. Nun, es war eine interessante Erfahrung, der Schwierigkeitsgrad senkt sich durch die Eisen auch im Gras um Welten. Es ist eigentlich auch erstaunlich, dass für den Bergsportbereich keine Nagelschuhe angeboten werden, damit liessen sich manche Bergwege entschärfen - und die Bergschuhverbote in den SAC-Hütten wären in jedem Fall diskussionslos zu akzeptieren.
» GPS-Track (GPX)


1  2  »
Bergwanderweg von Ächerli zur Chrinnen, südlich von Huserli. Der Abstieg vom Chli Horn erfolgt später im Hang direkt hinter der Horizontlinie.
DSCF7303.JPG
(1280x960, 213.6KB)
Chli Horn und Chrinnen von Huserli.
DSCF7305.JPG
(1280x960, 194.7KB)
Blumen.
DSCF7306.JPG
(768x1024, 118.4KB)
Es liegt Lawinenschnee in der Chrinnen. Blick gegen das Buochserhorn und davor die Alp Ober Chneu.
DSCF7308.JPG
(768x1024, 151.6KB)
Lawinenschnee in der Chrinnen. Links das Chli Horn. Davor in der Sonne die Nordostflanke für den späteren Aufstieg.
DSCF7309.JPG
(768x1024, 192.9KB)
Eine besondere Art des Gletschertischs in der Chrinnen.
DSCF7312.JPG
(1280x960, 238.6KB)
Chrinnen, Blick an die Nordostflanke des Chli Horn, aus dieser Perspektive ziemlich flach.
DSCF7314.JPG
(768x1024, 165.4KB)
Erster Aufschwung des Nordgrats auf das Chli Horn von der Chrinnen.
DSCF7319.JPG
(768x1024, 188.4KB)
Die Wegspuren von Westen, von Brand, in die Chrinnen.
DSCF7320.JPG
(768x1024, 172.5KB)
Nordgrat Chli Horn. Links an der Sonne die Nordostflanke.
DSCF7321.JPG
(1280x960, 194.5KB)
Nordgrat Chli Horn.
DSCF7324.JPG
(1280x960, 225.6KB)
Bergwanderweg Chrinnen-Stanserhorn.
DSCF7329.JPG
(1280x960, 197.0KB)
Bergwanderweg Chrinnen-Stanserhorn.
DSCF7331.JPG
(768x1024, 213.6KB)
Ausstieg vom Brandgrat auf den Bergwanderweg Chrinnen-Stanserhorn.
DSCF7333.JPG
(768x1024, 170.1KB)
Stanserhorn: Tiefblick auf den Brandgrat und Sarnersee.
DSCF7338.JPG
(768x1024, 141.2KB)
Stanserhorn: Der Grat von der Brünnliegg und Dürrenegg.
DSCF7346.JPG
(1280x960, 252.4KB)
Stanserhorn.
DSCF7348.JPG
(1280x960, 194.3KB)
Brisen vom Stanserhorn.
DSCF7360.JPG
(1280x960, 126.5KB)
Aussichtsplattform der Seilbahn Stanserhorn, vor der Bergkette Schwalmis-Brisen.
DSCF7364.JPG
(1280x960, 156.5KB)
Vom Stanserhorn: unten das Chli Horn, den Ächerlipass, Arvigrat und Gräfimattstand. Direkt oberhalb vom Chli Horn Gipfel der Höchgrat, und über dem Arvigrat der Huetstock.
DSCF7368.JPG
(1280x960, 148.4KB)
Rechts unten Huserli und links davon das Tobel des Stanserhornbachs. Links unten Wiesenberg.
DSCF7372.JPG
(1280x960, 260.8KB)
Tiefblick in den Horngraben.
DSCF7379.JPG
(1280x960, 255.6KB)
In der Chrinnen führen auf 1680m Höhe unscheinbare Spuren durch die Flanke des Chli Horns auf dessen Nordostflanke.
DSCF7381.JPG
(1280x960, 220.3KB)
In der Nordostflanke des Chli Horns. Von den vom Stanserhorn scheinbar deutlichen Wegspuren ist vor Ort nicht mehr viel zu erkennen.
DSCF7383.JPG
(768x1024, 137.6KB)
Die Nordostflanke des Chli Horns weist nur wenige Begehungsspuren auf, der Aufstieg ist ein zweifelhaftes Vergnügen. Als ich in den unten sichtbaren Schutt kam, schnallte ich Steigeisen für den weiteren Aufstieg an.
DSCF7384.JPG
(768x1024, 186.6KB)
Ausstieg aus der Nordostflanke des Chli Horns auf den Nordgrat. Das Gelände wird nicht viel angenehmer.
DSCF7385.JPG
(768x1024, 167.6KB)
Ausstieg aus der Nordostflanke des Chli Horns auf den Nordgrat. Es kommt vor der Graskuppe des Gipfels noch eine schönere Stelle.
DSCF7387.JPG
(1280x960, 242.1KB)
Chli Horn: Blick über den Nordgrat in die Chrinnen und in die eben bestiegene Nordostflanke (rechts).
DSCF7390.JPG
(768x1024, 209.2KB)
Stanserhorn vom Chli Horn.
DSCF7391.JPG
(768x1024, 147.8KB)
Brandgrat vom Chli Horn.
DSCF7393.JPG
(768x1024, 143.3KB)
Chli Horn: Blick zum Ächerlipass und Arvigrat.
DSCF7395.JPG
(1280x960, 133.6KB)
Chli Horn: Blick in die Chrinnen und in die eben bestiegene Nordostflanke.
DSCF7398.JPG
(1280x960, 280.4KB)
1  2  »

    Eine Ebene höher




CalSky.com - the world's most complete astronomical calendar
CalSky
Wetter am Albispass
Albis-Meteo
astro!nfo - Everything you ever wanted to know about astronomy
astro!nfo
Impressum