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Eine Ebene höher

Brisen und Hoh Brisen von Chlei Gigi bis Rinderbalm

Der Brisen wird zumeist von der Bergstation Haldigrat aus angegangen. Da die Bahn nur am Wochenende fährt und bis in den Frühsommer Schneefelder den Zugang von Norden her gefährden, stieg ich Süden, von Oberrickenbach, auf. Die steilen Grashänge sind rasch aper. So konnte eine einsame Grattour bis auf den Hoh Brisen geniessen, wobei sich Zustieg und Abstieg von den privaten Seilbahnen auch in der Vorsaison verkürzen liessen.

Oberrickenbach - Haldiwald - Chlei Gigi
Auf meiner Tour der Vorwoche auf das Stanserhorn konnte ich die Gratroute auf den Brisen einsehen und erkennen, dass auch die Südflanke an den neuralgischen Stellen aper sein sollte. So fuhr ich erneut ins "Seilbahnland" und kürzte die untersten 320 Höhenmeter ab Oberrickenbach durch die Seilbahn auf den Schmidsboden ab (die nochmals 170 Höhenmeter höher endende Haldiwald-Bahn hat im Mai Betriebsferien).

Heute war dort oben das Familienunterfangen "Güllenlochleeren" angesagt; frische Bergluft riecht anders... Auch war der Wanderweg deutlich nasser und rutschiger als erhofft, das Wetter entgegen der Prognosen neblig, wolkig und kühl - statt eitler Sonnenschein; die Hoffnung auf Hoh Brisen und damit die Motivation war verflogen, die generelle Tagesmüdigkeit half auch nicht gerade. Langsamer wie sonst üblich ging's bergan, auf einer Forststrasse an der Bergstation der Haldiwald-Seilbahn vorbei bis Bitziwald. Dort zweigt der markierte Bergwanderweg nach rechts ab, ich folge hingegen der Strasse weiter für 150 Meter bis an ihr Ende. Ein T3-Pfad traversiert den steilen Haldiwald und führt auf eine kleine Weidefläche. Nach wegloser Querung führt ein Kuhpfad wiederum durch Wald und bald ist der Aussichtspunkt Chlei Gigi erreicht.

Gigi - Gigichrüz - Giri - Haldigrat - Lauwistock
Dem Bergweg entlang geht es weiter aufwärts zur Alp Gigi. Hier verlasse ich den Weg und steige weglos dem Westkamm entlang zum Gigichrüz und weiter zu den Felszähnen Giri und gelange wieder auf den Wanderweg. Der Weg wird bereiter, je näher ich zur Seilbahnstation Haldigrat komme. Der Haldigrat ermöglichst eindrückliche Blick in die lawinenaktive Nordhänge. Die riesigen Wechten vermitteln alpines Ambiente. Der weiss-rot-weisse Bergweg vom Haldigrat auf den Brisen verläuft häufig etwas in der Südflanke - dadurch muss man darauf achten, den Abzweiger auf den Lauwistock nicht zu verpassen! Es wäre ja schade, einen Gipfel zu verpassen. Schneefrei komme ich bis in die Nähe des Brisengipfels.

Brisen
Der Weg quert den Gipfelhang südseits und ist an dieser Stelle teilweise abgerutscht, nass und es liegt noch etwas Neuschnee - erhöhte Konzentration ist angesagt. Ebenfalls ist ein Schneefeld zu Queren. Wegen der fortgeschrittenen Tageszeit war der Schnee schon recht faul, im Abstieg habe ich das Schneefeld sicherheitshalber umgangen (T4). Kurze Zeit später steht man am Wegweiserkreuz auf dem Brisen-Südgrat und noch schon bald auf dem Brisen.

Hoh Brisen
Mittlerweile hat sich der Nebel verzogen, der Übergang zum Hoh Brisen sieht machbar aus. Dem Südgrat entlang muss 70 Höhenmeter abgestiegen werden, der erste Buckel ist einfach. Danach nimmt der von der Witterung in kleine Blöcke gespaltene Kalkstein überhand, der Grat wird schmaler. Auch der zweite Buckel bietet keine Probleme. Anschliessend teilt sich der Grat auf, ich quere das kurze Schneefeld, ohne zu Wissen, ob es vielleicht eine Felsspalte verdeckt. Auf dem linken (nördlichen) Gratteil geht es weiter, es wird nun bereits schmaler und Mauer-ähnlich; der Hauptgipfelsteinhaufen ist bereits nah - ist dies bereits die berühmt-berüchtige Hoh Brisen-Mauer? Nein, es war sie noch nicht; die folgt sogleich.

Wielange kann diese 20, vielleicht 30 Meter hohe schmale Mauer noch der Lockerung durch zahllose Gefrier-Auftauzyklen standhalten? Solche Gedanken im Hinterkopf bin ich vorsichtig über die Mauer balanciert, ohne die Steine am "Wegrand" zu belasten - es war schlussendlich einfacher als erwartet, T5.

Nach der Mauer führen Wegspuren leicht in die Südflanke hinab - diesen nicht folgen, sondern direkt auf der Gratkante bleiben. Der Abstieg in die letzte Scharte vor dem Gipfelbuck erfolgt knapp nördlich der Kante mit guten Tritten und Griffen (I) und ist bei weitem nicht senkrecht - und weniger exponiert als die Mauer.

Die Scharte fand ich schneebedeckt vor - am Morgen wäre auch der direkte Zustieg über die Rinne von Norden her möglich gewesen. Die letzten Meter zum Gipfel sind wieder leicht.

Zickzackweg - Windegg - Widderen/Sinsgäu
Dem Grat entlang vom Hoh Brisen zurück bis 20 Höhenmeter unter den Brisen-Gipfel und dem Bergwanderweg entlang. Da ich von Süden angestiegen bin, und alle Wege gegen Norden oder Osten wegen Lawinengefahr und den jeweils an den Einstiegen hängenden riesigen Wechten unbegehbar waren, bin ich den auf dem Haldigrat auf einer Höhe von 2190 Meter beginnende und weiss-blau-weiss markierte alpine Route "Zickzwackweg" nach Windegg abgestiegen (T3). In der obersten Hangtraverse war die Spur zwar an wenigen Stellen angerutscht, die Route dank dem recht weichen Boden für den raschen Abstieg empfohlen.

Rinderbalm - Widderen - Oberrickenbach
In der Windegg lag Mitte Mai eine grössere Wechte, die kann am besten am Fuss der Rinderbalm umgangen werden - und wenn man schon mal dort ist, auch gleich auf diesen Aussichtspunkt steigen (Vorsicht vor Löchern, T3). Vom Windegg führt die alpine Route zumeist weglos aber mit Holzposten markiert durch die Widderengräben - dem Sammelsystem für Lawinenschnee (T3). An meinem Tourentag lag nur noch wenig Schnee abrutschbereit hoch in der Brisen Südflanke; ein Kilometer Rutschdistanz erachtete ich als genügend Vorwarnzeit. Würde man direkt nordwestlich der Widderengräben an den Ostfuss der Rinderbalm aufsteigen, wäre der Brisen möglicherweise schon deutlich früher in der Wandersaison machbar.

Nach ausgiebiger Fotografie des Krokusmeers im Sinsgäu hat mich ein älterer Herr in seinen uralten Seilbahn-"kabinen" nach Oberrickenbach geholt; die offene Kiste der Seilbahn Ober Spis-Widderen ist wirklich erlebenswert - aber wirklich nichts für Gemüter die z.B. nur in sichere Autos, die mit Knieairbags ausgerüstet sind, steigen.

Der Hoh Brisen war schon jahrzehntelang auf meiner Liste. Dass es dann nach dem harzigen Start noch eine so einsame und schöne Tour wurde habe ich nicht erwartet; oberhalb 1200 Meter bin ich nur einen Gleitschirmflieger begegnet, der in Rufdistanz an mir vorbeizog. Es gibt in der Region noch so viele Seilbahnen - die sollte man nutzen solange sie noch über eine Betriebskonzession verfügen.
» GPS-Track (GPX)


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Die private Seilbahn Oberrickenbach/Post - Schmidsboden ; 5.- pro Fahrt/Person.
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Oberrickenbach und darüber der lange medienpräsente Wellenberg.
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Bergstation Seilbahn Haldiwald.
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Weide in der Waldlichtung zwischen Bitziwald und Chlei Gigi.
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Kuhpfad zwischen Bitziwald und Chlei Gigi.
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Rechts: Chlei Gigi.
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Blick vom Chlei Gigi nach Luzern.
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Vom Chlei Gigi zur Alp Gigi.
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Bergrücken Gigichrüz-Giri.
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Auf dem Giri: in wenigen Schritten T3 ab dem Wanderweg erreichbar.
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Ruchstock.
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Brisen und Haldigrat.
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Die Felszähne des Giri.
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Ausgestorbene Bergstation und Restaurant Haldigrat.
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Wanderpiste Haldigrat - Giri.
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Bergwanderweg Haldigrat zum Brisen.
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Wechten kleben am Haldigrat.
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Riesige Wechten und viel Schnee verunmöglichen Mitte Mai noch den Abstieg von Haldigrat gegen Norden.
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Haldigrat mit Punkt 2184 und Brisen.
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Haldigrat. Auf einer Höhe von 2190 Meter zweigt der Zickzackweg vom Haldigrat ab und führt hinunter zur Windegg und Widderen.
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Schlieren.
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Brisen.
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Schneegleiten in der Brisen Nordostflanke.
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Buochserhorn, Musenalp.
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Nicht weit vom Brisengipfel entfernt, verläuft der Weg vom Haldigrat etwas tiefer in der Südflanke. Ich habe ihn dort mit Neuschneeresten, nass und teilweise abgerutscht vorgefunden.
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Schneefeld in der kurzen Traverse vom Brisen West- zum Südgrat. Der Schnee war recht weich, im Abstieg habe ich es oberhalb umstiegen.
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Die letzten 20 Höhenmeter auf den Brisengipfel über den Südgrat.
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Der lange Grat vom Brisen zum Hoh Brisen (höchste, relativ breite Kuppe).
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Der Abstieg vom Brisen nach Gitschenen oder bar zum Steinalper Jochli ist Mitte Mai nicht zu empfehlen. Dafür ist der Arengrat auf den Schwalmis aper.
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Blick zum Urnersee. Am linken Bildrand der Oberbauenstock.
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Hoh Brisen. In die Scharte davor zieht eine schneebedeckte Rinne von Norden her. Links davon im Grat ist die Mauer, über die balanciert wird.
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Brisen von Süden. Die Ostabstiege werden von Gleitschneelawinen bedroht.
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