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Eine Ebene höher

Der Pizzo Rotondo thront mit seiner markantem Gipfelflosse hoch über dem Bedrettotal. Vor allem von Airolo ist er unübersehbar. Er ist mit seiner Höhe von 3192m der dominierend Berg zwischen den Passstrassen von Nufenen-, Furka- und Gotthardpass. Südlich der Leventina ist einzig der Basòdino im Tessin noch höher, sonst kann nur die Adula-Gruppe mit noch höheren Gipfeln aufwarten. Während er im Winter trotz seiner Schwierigkeit fast im Überfluss besucht wird, wird er im Sommer geradezu ignoriert. 2011 haben ihn gemäss seinem Gipfelbuch nur etwa ein Dutzend Seilschaften besucht.

Gut, selbst die einfachste, objektiv sicherste Route ab All'Acqua (Postautohaltestelle, Parkplätze 200m westliche derjenigen des Restaurants, das übrigens abends erst am ~19 Uhr warme Küche anbietet) an der Capanna Piansecco CAS vorbei via Passo di Rotondo und Passo di Ruino würde ich als ziemlich schwierig (ZS) einstufen. Die Schwierigkeit ist dabei, das Felsriff des Passo di Ruino zu erklimmen. Dies war früher, als die unterste Steilstufe noch unter Gletschereis verborgen war, wohl deutlich einfacher. Diesmal waren wir froh, dort das Seil einzusetzen. Wir fanden sogar in der nördlichsten Rinne ein altes Seil vor, welches aber vom dauernden Steinschlag in argem Zustand war, der unterste Teil war ganz durchschlagen und hing noch täuschend straff unter ein paar Steinen eingeklemmt.

Zudem lebt der aus Blöcken und Schutt gebildete Berg. Entsprechend vorsichtig muss man gehen, um mit den zwangsläufig losgetretenen Steinen niemanden zu verletzen. Festen Fels mit ein paar schönen Kletterstellen im II. Grad findet man auf einigen kurzen Stellen. Ansonsten fordert die Besteigung die Konzentration, um nicht auf lose Felsplatten und Steine zu treten und darauf zu achten, dass der wacklige Block nicht gerade über eine 10m tiefe Scharte führt.

Der Hüttenaufstieg von All'Acqua zur Cap. Piansecco CAS führt über ein hervorragend ausgebauten Wanderweg. Er hat eine optimale Steilheit, um ihn rasch hinter sich zu bringen. Er ist ausnahmsweise sogar breit genug, damit zwei Personen gerade nebeneinander gehen können.

Nach der Hütte darauf achten, die richtige, nicht markierte Wegspur zur Alpe Nuova zu erwischen. Die (fast) durchgehende Wegspur endet auf 2250m und führt anschliessend - mit Steinmänner flankiert und teilweise Wegspuren - zum Passo di Rotondo.

Wir fanden keine optimale Route für den Aufstieg zum Passo di Ruino. Am sichersten dürfte die nördlichste Rinne sein, wobei Seilsicherung angebracht ist. Allerdings wollten wir dort wegen dem losen Gestein nicht abseilen (eine Reepschnur-Standplatz ist in der Mitte eingerichtet, oben nicht), so dass wir den Abstieg am südlichsten Ende am Übergang zu den Felsen des Poncione di Ruino über steilen Moränenschutt angingen. Weil dabei auch die halbe Flanke in Bewegung gerät, nur einer nach dem Anderen.

Die heikelste Stelle am Südgrat zum Pizzo Rotondo empfand ich gleich beim ersten Aufschwung, der etwas in die Ostflanke ausweichend erklommen wird. Dabei war eine plattige Rinne über ein Schuttpaket zu queren. Im weiteren, unteren Teil des Grats haben wir Gratzacken östlich umgangen, im oberen Teil ausschliesslich in der Westflanke, wobei die Felsblöcke natürlich in Gratnähe am stabilsten waren. Die nicht schwierigere Gipfelflosse des Pizzo Rotondo haben wir knapp nördlich des Westgrats erklommen.

Die Tour auf den Pizzo Rotondo im alpinen Ambiente fand ich abwechslungsreich, teilweise auch etwas fordernd für die optimale Wegfindung. Schlussendlich kann mir aber schöneres vorstellen als andauernd auf loses Gestein zu achten, aber es war ja immerhin der Rotondo...
» GPS-Track (GPX)


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Cap. Pionsecco CAS.
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Chüebodenhorn. Wir gehen nun den Rücken am rechten Bildrand hoch.
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Grattürme südlich vom Poncione di Ruino.
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Im westlichen Kessel zum Passo di Ruino vom noch objektiv sicheren
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Blick zurück vom
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Pizzo Rotondo.
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Aufstieg von Westen auf den Passo di Ruino. Wir sind durch die linke Rinne an der Grenze zu den kompakten Felsen aufgeklettert.
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Zustieg zur Rinne über ein recht hartes Schneefeld.
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Blick hinüber auf unsere Abstiegsroute den südlichen Begrenzungsfelsen entlang.
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So falsch können wir nicht sein... ein altes Seil hängt herunter. Es war oben durch Steinschlag durchtrennt und der untere, hier sichtbare Teil war nur an ein paar Steinen eingeklemmt.
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Aufstieg durch die Rinne zum Passo di Ruino.
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Reepschnurstand als Abseilstelle und Basis für das alte Seil.
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Ab hier IIIer Stellen und Schlingenstand nach 20 Meter.
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Passo di Ruino und Blick hinüber zum Poncione di Ruino.
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Hier sind wir hochgekommen.
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Der Südgrat zum Pizzo Rotondo beginnt. Den ersten Blöcke haben wir östlich umgangen.
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Schutthaufen Pizzo Rotondo. Auf dem Grat aufwärts und teilweise in die Westflanke (links) ausgeweicht.
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Am Südgrat zum Pizzo Rotondo.
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Am Südgrat zum Pizzo Rotondo.
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Gipfelflosse des Pizzo Rotondo. Wir sind den Westgrat (von links unten nach rechts oben im Bild) gefolgt. Der Schwierigkeitsgrat war vergleichbar wie der restliche Südgrat.
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Tiefblick beim Erklimmen der Gipfelflosse.
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Panorama vom Pizzo Rotondo.
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Wow! Was für ein Tiefblick gegen Südosten. Vom Ghiacciaio di Pesciore ist da allerdings nicht mehr viel zu sehen.
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Gipfelsteinmann Pizzo Rotondo.
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Leckihörner und freche Gratzacken im Sonnenlicht westlich des Muttenpasses. Unten der Gerengletscher.
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Ostgrat vom Chüebodenhorn. Gemäss SAC-Führer führt eine mit WS bewertete Gratroute in der Flanke um den ersten Gendarmen herum und dann meistens auf der Gratschneide, oder einzelne Zacken rechts (nördlich) umgehend.
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Basòdino mit den beiden italienischen Seen Lago Castel und Lago Toggia (Fischsee, vorne). Dorthin führt der Passo San Giacomo.
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Links der breite Wittenwasserenstock, rechts Pizzo Pesciora. Davor Gerenhorn.
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Wittenwasserenstock, vor nicht einmal einem Jahr sass ich dort auf der Gipfelnadel (stehen wäre keine gute Idee).
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Saashörner. Dahinter lugt ein Stück Lauteraargletscher hervor.
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Chüebodenhorn. Unten bildet der sich rasch zurückziehende, bzw. auflösende Gh. del Pizzo Rotondo einen neuen See.
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