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Eine Ebene höher

Wiggis und Rautispitz sind zwei schöne Aussichtsberge fast 1840 Meter über dem Talboden bei Netstal gelegen, die sehr steil und felsig gegen das Tal abbrechen. Aus dieser Perspektive ist es fast nicht zu glauben, dass die beiden über einfache T3-Wege zu erreichen sind. Während der Rautispitz über die Nordseite ab dem Obersee angegangen werden kann, ist der direkte Südaufstieg auf den Wiggis im Sommer heiss und rund 500 Höhenmeter länger. Ein exponierter Pfad verbindet die fast gleich hohen Gipfel, der erst nach kompletten Abschmelzen des Schnee - und v.a. der Wechte - begangen werden sollte.

Dank der Swisscom, die an meinem Arbeitsplatz nach Ankündigung die Internetverbindung kappte, hatte ich einen Vormittag Zeit für etwas Höhenmetertraining. Da kam die Idee mit den beiden Bergen Wiggis und Rautispitz ab Riedern gerade richtig - ziemlich genau 2000 Höhenmeter sind auf dieser Tour zu überwinden.

Gestartet bin ich etwas südlich von Auli. Der weiss-rot-weiss markierte Weg führt durch ein Waldstück nach Grund und dort für vielleicht 100 Höhenmeter durch einen bis über ein Meter hoch überwachsenen Pfad durch eine abgeräumtes Fallholzgebiet. Dort herrscht akute Zeckengefahr - im Abstieg habe ich dort im September zwei der potenziell lebensgefährlichen Viecher mit den Hosenbeinen aufgelesen.

Weiter geht's unter die Felswand, die an einigen Orten zugemauert ist und dem Viadukt einer ehemaligen Standseilbahn hindurch und an der Seilbahnbergstation der Elektrizitätswerke vorbei. Nun wird der Weg echt mühsam. Er ist zwar mit seinen regelmässigen Holzstufen überaus aufwändig angelegt, aber die relativ grossen Abstände und hohen Tritte waren bei der 100% Luftfeuchtigkeit, den warmen 18°C und der durch den Nebel drückenden Sonnenstrahlen ein echter Konditionshammer; in diesem Bergsommer habe ich noch nie so geschwitzt. Dies geht ungefähr so weiter bis auf die Höhe von 1400müM. Dann tritt man aus dem Wald auf Alpgelände. Bei Mittler Stafel verliert sich die Wegspur etwas. Es hilft zu wissen, dass die nordöstlich gelegene Felsrippe über dem ersten Felsband umgangen werden muss.

Damit gelangt man in den steilen Talkessel des Ober Bützi. Eine im Gras fast nicht erkennbar Wegspur schlängelt sich nach oben an den überhängenden Talabschluss. Das die Wand überhängend war habe ich anfangs nur daran bemerkt, dass Wasser im Nebel auf mich tröpfelte... Nach dem oberen Talausgang bei Punkt 2143 folgt das heikelste Wegstück des Bergwanderwegs auf den Wiggis. Ein schmaler erdiger Pfad führt über Wiesen und feucht-rutschige Kalksteine. Anschliessend führt der Weg auf dem Grasrücken auf den 2282 Meter hohen Wiggis - und staunt, dass das Gipfelkreuz auf einem tiefer gelegenen Vorgipfel für sich diese beansprucht.

Zwischen den Wiggis-Gipfeln steigt eine ebenfalls weiss-rot-weiss markierte Wegspur südöstlich zur Höchnase ab. Kurz vor dieser führt er drahtseilgesichert etwas abwärts in die steile Ostwand vom Wiggis. Die anschliessende Traverse ist nicht mehr gesichert, und führt bei etwas Schnee rasch nur sehr heikel zu den Platten, die auf einem Schuttband überwunden werden. Im Frühsommer hängen darüber grosse Wechten, die bei gegebener Zeit über die Platten in die Wand rutschen.

Vom Sattel geht es dem flachen Südgrat einfach dem Rautispitz entgegen. Wer nun nicht einfacher und weniger weit zum Obersee absteigen will, muss erneut die 125 Höhenmeter vom Sattel aus bis zum höchsten Punkt des Wiggis hinter sich bringen - wenigstens muss der Vorgipfel mit dem Gipfelkreuz nicht noch einmal besucht werden.

Der Abstieg bedarf wegen der verwachsenen Spur bis Mittler Stafel recht hohe Konzentration. Und auch die untersten 700 Höhenmeter bis zum Ausgangspunkt mit dem Trittweg lassen nie einen konstanten Gehrhythmus aufkommen. Zum Schluss muss auch noch das Zeckengebiet bei Grund gequert werden. Die Tour ist zwar einfach, aber zum Zweck des Konditionstrainings gibt es angenehmere Wege.
» GPS-Track (GPX)


Beim Ausgangspunkt bei Riederen: gut markiert führt der Weg um die Felsköpfe herum.
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Der Weg führt unter dem Viadukt einer ehemaligen Standseilbahn hindurch.
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Militärische Abhärtungsanlage?
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Zugemauerte Felswand und Bergstation der nicht-öffentlich Seilbahn der Elektrizitätswerke.
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Aufwändig angelegt, aber trotzdem mühsam zu begehen: Weg von Riederen nach Aueren.
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Über dem Butzirus haben die Lawinen des vergangenen schneereichen Winters auch grössere Bäume beinträchtigt.
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Der Nebel lichtet sich zum ersten Mal: der Talabschluss von Ober Bützi wird sichtbar. Der Weg steigt bis fast zu den Felsen auf, und traversiert dann unter dem Überhang in den an der rechten Seite gelegenen Sattel.
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Talabschluss von Ober Bützi.
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Talabschluss von Ober Bützi mit der Gedenktafel.
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Meiner Meinung nach der heikelste Ort der Wanderung: Querung von Punkt 2143 östlich von Ober Bützi nach Nordosten zum Westgrat des Wiggis: feucht-erdige, teilweise zugewachsene Spur, und Tritte auf rutschigem Kalkstein.
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Blick vom Wiggis auf den gipfelkreuz-tragenden Vorgipfel. Über dem Nebel Mürtschenstock.
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Gross Chärpf zeigt über dem Nebel seine Silhouette. Rechts vorne Vorder Glärnisch.
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Auf dem Weg vom Wiggis zum Rautispitz: Höchnase. An dieser Stelle steigt der Weg links hinunter.
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Auf dem Weg vom Wiggis zum Rautispitz: drahtseilgesicherter Abstieg von der Höchnase in die Wiggis-Ostwand.
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Auf dem Weg vom Wiggis zum Rautispitz. Hier endet das Drahtseil, dass hier sowieso unter dem bisschen Schnee des ersten Herbstschnees begraben ist. Weiter vorne hat er Schnee die Spur komplett gefüllt.
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Auf dem Weg vom Wiggis zum Rautispitz. Auf den Platten zum Sattel zwischen den beiden Bergen.
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Auf dem Weg vom Wiggis zum Rautispitz. Auf den Platten zum Sattel zwischen den beiden Bergen.
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Der Nebel kommt von Süden, der Rautispitz hatte etwas bessere Verhältnisse: Über den beiden Wiggis-Gipfeln thront der Glärnisch. Links davon der Vorder Glärnisch und dazwischen Hausstock und Ruchi.
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Bergfliegen an der Sonne... Selber fand ich es hier oben eigentlich gar nicht mehr so warm.
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Couloir in der Ostwand zwischen Rautispitz und Wiggis.
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Gespenstische Stimmung unterhalb von Mittler Stafel.
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Blindschleiche wärmt sich an der Sonne.
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Felsstruktur in der Nähe des Auerenhorns.
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Aufwändig angelegter, mühsam zu begehender Weg oberhalb des Chäsgaden.
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Verbauter Fels beim Butzi, bzw. oberhalb Grund.
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