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Eine Ebene höher

Gulderstock und Gulderturm

Der Gulderstock liegt hoch über dem Sernftal zwischen Elm-Matt und dem Walensee - einzig der Magerrain ist in diesem Sektor unbedeutend höher als die Felsenreihe von Gulderturm und Gulderstock. Und doch fristen diese felsigen Gipfel im Sommer ein Schattendasein, wohl auch weil eine Höhendifferenz von mindestens 1300 Meter zu überwinden ist. Dabei bietet der Gulderstock dem Alpinwanderer eine abwechslungsreiche Tour, und für den, der etwas Abenteuer und Kletterei im II.-III. Grad in exponiertem Gelände nicht abgeneigt ist, eine einsame, aber lohnende Besteigung des Gulderturms als höchsten, nicht kotierten Punktes.

Gestartet wird üblicherweise vom autofreien, verzettelten Ort Wissenberg, das mit der Seilbahn ab Matt erreichbar ist. Dadurch verkürzt sich die Besteigung des Gulderstocks um 400 auf 1300 Höhenmeter; die einzige Zufahrtsstrasse über die Chrauchtalstrasse ist übrigens direkt ab Taleingang mit einem Fahrverbot belegt.

Aussichtspunkt Zindelchopf, 1825m, T2
Der Strasse entlang überwindet man das kleine Tobel des Waldibachs und gelangt nach wenigen Minuten zu den Bergbeizen von Wissenbergen. Ab Punkt 1312 führt ein - teilweise undeutlicher oder aufgehobener - Trampelpfad direkt der Falllinie entlang aufwärts, Fahrstrassen manchmal ein paar Meter versetzt überquerend, den langen Hang zum Skihaus. Dort dem Wanderweg folgen, in einer Kehre um die Alp Abedweid-Bärenboden, bis zum Gratrücken, der vom Gulderstock und Sonnenhorn hinunterzieht. Hier lohnt es sich, den kleinen Abstecher zum Zindelchopf unter die Füsse zu nehmen - am besten allerdings nicht zu schnell - der hübsche Grillplatz endet nämlich ohne Geländer direkt an einer Felswand. Natürlich ermöglicht diese Lage einen schönen Tiefblick in das Sernftal und hinüber an den Guppengrat. Beim Posieren für das obligate Foto einfach keinen Schritt nach hinten machen...

Sonnenhorn, 2163m, T3
Eine als Bergwanderweg markierte Wegspur führt vom Zindelchopf im Zickzack den Hang hinauf und endet bei einem horizontal verlaufenden Weg. Ab hier verlässt man die markierten Wege und folgt dem Weg rund 100 Meter nach rechts, nimmt bei einer Verzweigung den oberen Pfad und verlässt auch diesen wenige Meter später nach links zugunsten der schmalen Wegspur, die hangaufwärts auf dem Bergrücken zum Sonnenhorn führt. Dass dieses "Horn" vom Tal einen markanten Eindruck hinterlässt, bemerkt man bei der Gratbegehung nicht wirklich. Erst der Blick aufs Navigationsgerät lieferte uns Gewissheit, dass wir bereits auf dem Gipfel angelangt waren.

Den spärlicher werdenden Spuren nach zu urteilen, begnügen sich die meisten Wanderer mit dem Besuch des Sonnenhorns, bis hier T3. Der Grasrücken führt in der Folge über zwei Ansteigungen, bevor er entweder schmaler oder felsig-steiler wird. Ab einer Höhe von rund 2340 Meter wir der Pfad schwieriger, T3+, vielleicht auch T4-, wobei bald ein rund ein Meter hoher Felsabsatz zu überwinden ist. Über Felsblocke und Schutt wird - Steinmänner folgend und links umgehend - der Punkt 2432 erreicht. Folgende Aufschwünge werden teilweise links oder rechts umgangen, wobei die Spuren in der teilweise bereits recht steilen Grasflanke nicht mehr allzu deutlich sind.

Bald erreicht man den Grat, der von der Fuggfurggle hinaufführt und unterhalb (südlich) vom Eckpunkt des Massivs Punkt 2481 endet. Diesen Kulminationspunkt von drei Graten erreicht man über Gras, indem man etwas links der Gratschneide auf den Grasrücken hinaufsteigt, der von Norden her zu diesem Aussichtspunkt führt - der Ausblick von hier entschädigt für den langen Anmarsch.

Gulderstock, 2511m, T4
Wer die höheren Punkte der Gulderstock-Felsentürme erklimmen will, muss sich nun in die bis rund 45° steile Grasflanke im Südosten der Felstürme wagen: die Traverse mit etwas exponiertem Auf- und Ab ist bei guten, trockenen Verhältnissen ein T4.

Zuerst folgt man dem grasigen Gratrücken bis zu einem unüberwindbaren Felsturm. Diesen Felsen entlang wird nach rechts (Osten) Spuren folgend abgestiegen, an einer Stelle den Kopf einziehend, dann gleich vorsichtig um einen Vorsprung und eine kurze Grasflanke absteigend. Nun wieder der Wand entlang und zwischen ihr und einem abgelösten Felsblock hindurch (dieser markiert den Einstieg in die Kehle, die zum Südsattel des Gulderturms führt). Eine eigentlich Wegspur ist hier nicht mehr vorhanden, das steile, schuttdurchsetzte Gelände ist allerdings immer wieder leicht gestuft.

Man hält an das Ende der untersten Felswand des Gulderturms zu und erreicht dort wieder eine deutlich Wegspur, die in den Sattel zwischen Gulderturm und Gulderstock führt. Von diesem Sattel zum Gulderstock wird der erste Felszacken östlich (d.h. rechts) umgangen, steigt dann auf den Grat zurück und vorsichtig auf die Westseite. Die weiteren Felsen werden links umgangen. So gelangt man schliesslich auf den Schutthaufen des Gulderstocks, dessen Gipfelpunkt aus grossen, flachen Felsplatten besteht.

Gulderturm, Versuch/Inspektion von Nordosten
Den etwas höheren Gulderturm erklimmt man am besten vom Sattel südwestlich des Turms aus. Vom Gulderstock her verlockte mich allerdings zuerst die direkte Spur, die an die nordöstliche Seite des Turms führt - deshalb hier zuerst mein No-Go-Erlegnis. Von Nordosten betrachtet ist es nicht einmal offensichtlich, dass ein weiterer Turm vor dem eigentlichen Gulderturm steht, der von diesem mit einer relativ engen Scharte getrennt ist. Die Scharte könnte eventuell von Norden durch ein enges, feuchtes, sandiges und senkrechtes Couloir von rund 5 Meter Höhe erreicht werden. Ob dies was hilft, weiss ich nicht.

Statt durch dieses Couloir kletterte ich nach rechts auf einen Absatz, der um die Nordseite des Gulderturms verläuft und auf dem der markante "Appendix" steht (er wackelt noch nicht!). Von diesem Absatz auf der Nordseite her ziehen zwei Verschneidungen dem Turm empor, die bereitere (rechts) davon auch feuchter; beide nichts für mich. Vom Appendix aus kann man immerhin schön in das Couloir blicken, welches den Normalanstieg vermittelt - es endet auf dem gleichen Absatz, auf dem ich stehe - allerdings ist der Absatz eben durch dieses Couloir unterbrochen, und die Normalroute führt auf der anderen Seite weiter. Wagemutig könnte man vielleicht vom schmalen Band von der Appendix-Seite her über das Couloir springen... Also wieder zurück in den Sattel zwischen Gulderturm und Gulderstock und die Normalroute aufsuchen.

Gulderturm etwa 2520m, von Südwesten, T5/III
Vom Gulderstock her kommend folgt man den Trittspuren des Normalaufstiegs in die Südostflanke des Turms. Bevor die Spuren zwischen Felswand und einem Felsblock hindurchgehen, führt eine steindurchsetzte Graskehle steil empor. Diese folgend (T5), bald über die Grasbüschel linkerhand ausholend, wird der Sattel unmittelbar südwestlich des Gulderturms erreicht. Spuren führen nun wenige Meter horizontal in einen Schuttkegel und um die vordersten Felsen des Turm herum an ein Couloir heran. Nördlich ausgerichtet ist es recht feucht. Durch dieses empor (zuunterst III) bis auf den Absatz.

Beim Ausstieg des Couloir über ein Band nach links 2-3 Meter in die luftige Südwand hinaus, dann kurz hochtrittig gegen rechts empor, dann rund 5 Meter horizontal auf schmalem plattigem Band mit guten Griffen die Südwand noch fast ganz queren und eine deutlich weniger steile Rinne zum Gipfelsteinhaufen empor (II). Im Gipfelsteinhaufen befindet sich ein Gipfelbuch. Es wurde bereits 1987 eröffnet und hat noch jede Menge Platz!

Pünktlich zum von den Niederschlagsprognosen erwarteten Zeitpunkt begann es um 14 Uhr zu regnen, zum Glück verblieb das Gewitter im nahen Hausstock-Vorab-Massiv. Uns kümmerte es wenig, sassen wir doch bereits in Wissenberg in einem der Beizlis und durften friedlich den Erinnerungen der abwechslungsreichen Bergfahrt nachhängen.
» GPS-Track (GPX)


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Hütte in Wissenberge mit Aussicht.
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Wissenberge: Blick auf den Grat vom Fuggstock zum Gulderstock.
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Tiefblick auf das Sernftal vom Zindelchopf, mit Grillstelle.
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Auf dem Bergrücken vom Zindelchopf zum Sonnenhorn.
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über dem Glärnisch als perfekte Vorboten des nachmittäglichen Gewitters.
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Altocumuli castellani über dem Chärpf.
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Güntelchamm (links) und die Türme des Breitchamms (ich habe die obersten beiden wenige Wochen zuvor bestiegen).
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Der Grat vom Sonnenhorn zum Gulderstock wird ab einer Höhe von 2340 Meter teilweise felsig. Links hinten ist endlich der Gulderturm sichtbar - mit seinem kleinen Anhängsel. Der Gulderstock selber ist hinter dem Turm versteckt.
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Magerrain.
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Die Wolken beginnen hinter dem Gulderstock zu quellen. Rechts Punkt 2481 und links der Gulderturm mit seinem kleinen
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Im felsigen Aufschwung am Grat vom Sonnenhorn zum Gulderstock, unmittelbar über der Schlüsselstelle (T3+, grosser Tritt).
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Am felsigen Aufschwung am Grat vom Sonnenhorn zum Gulderstock.
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Grat vom Sonnenhorn zum Gulderstock: der folgende Aufschwung wird in der Grasflanke rechts umgangen.
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Gulderturm mit dem Anhang-Felsen.
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Blick vom Punkt 2481 über den Aufstiegsgrat vom Sonnenhorn.
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Der Grat vom Fuggstock zum Gulderstock.
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Der Grat von der Fuggfurggle zum Fuggstock hat es in sich, T6 soll er sein.
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Vom Eckpunkt 2481, dem Vereinigungspunkt der drei Grate, blickt man auf den Gulderturm (orange Normalroute) und den viel einfacher zu erreichenden Gulderstock (rote Normalroute). Gepunktet: nicht sichtbare Routenabschnitte. Auch die Route zum Gulderstock führt über eine sehr steil Grasflanke (T4). Immerhin ist sie durch die Südexposition relativ rasch trocken.
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Normalroute von Punkt 2481 zum Gulderstock; auch nicht ohne.
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Normalroute von Punkt 2481 zum Gulderstock. Nach dem Durchschlupf zwischen Felswand und dem Felsen zweigt auch die Route zum Südsattel des Gulderturms ab (keine Spuren, T5 bis Sattel).
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Hier steigt die Normalroute auf den Gulderturm steil aufwärts durch die Rinne zum Südsattel des Gulderturms (in der Frontalen) auf.
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Hier steigt die Normalroute auf den Gulderturm steil aufwärts durch die Rinne zum Südsattel des Gulderturms auf. Wir bleiben vorerst auf dem Weg zum Gulderstock.
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Auf der Normalroute von Punkt 2481 zum Gulderstock.
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Auf der Normalroute von Punkt 2481 zum Gulderstock, dem grossen Felsklotz. Nun links den Felsen entlang in den Sattel.
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Auf der Normalroute von Punkt 2481 zum Gulderstock. Den Felsen entlang in den Sattel, dann den ersten Aufschwung rechts, also hier sichtbar, umgehen und wieder auf den Grat aufsteigen. Das folgende Türmchen im Norden (als dahinter) umgehen und weiter zum Gipfel.
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Gulderturm vom Gulderstock. Die Normalroute vom Punkt 2481 zum Gulderstock führt links unter den Felswänden des Turms vorbei; die Wegspuren sind teilweise sichtbar.
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Fuggstock vom Gulderstock.
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Experiment am Gulderturm: Aufstieg vom Sattel vom Gulderstock zum Felsanhängsel
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Blick vom Appendix in die Nordostwand des Gulderturms; zwei Rinnen könnten als Aufstiegsvarianten in Frage kommen, die einfachere rechts auch feuchter.
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Blick vom Appendix in das Aufstiegscouloir der Normalroute, welches von Süden her erreicht wird. Das Couloir endet auf dem selben Absatz, auf dem der Appendix (und ich im Moment) steht. Nur liegt die Normalroute auf der anderen Seite des Couloirs und ein Überspringen wäre extrem exponiert: also wieder zurück und um den Turm herum zum Südsattel.
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Normalroute Gulderstock.
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Gulderturm von Süden, von seinem Südsattel.
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